Fahrrad Weigl   93333 Neustadt a. d. Donau Herderstr. 7   Tel: 09445 2468
Ahnen- und Heimatforscherstammtisch Neustadt a. d. Donau

Termine und Veranstaltungen

Gasthof Gigl, Herzog-Ludwig-Str. 6, 93333 Neustadt, Tel. 09445-9670
Immer am 2. Mittwoch in den geraden Monaten
Beginn 19.30 Uhr


13. Oktober 2010
Scharfrichter in Ingolstadt

Vortrag von Monika Schierl, Volkskundlerin

Er hat gerichtet wie ein Bösewicht. Scharfrichter und arme Sünder in Ingolstadt.

Nicht immer war das Leben der Räuber und Diebe so romantisch wie im Märchen. Viele wurden erwischt und am Ende eines erlebnisreichen Lebens stand nicht selten die Begegnung mit dem berüchtigtsten Mann Ingolstadts: dem Scharfrichter. Auf der Suche nach den archivalischen Belegen stößt man unweigerlich auf spannende, anrührende und nachdenkliche Geschichten von Menschen, denen kein gutes Schicksal beschieden war. Neben den Kindsmörderinnen, den Räubern und untreuen Ehemännern sollen heute Abend auch das Leben und der Alltag der Ingolstädter Scharfrichterfamilien des 18. Jahrhunderts im Mittelpunkt stehen. Denn sie waren es, die auch in Neustadt die Verurteilten vom Leben in den Tod geleiteten



08. Dezember 2010
Programm folgt



2011
Aus dem Tagebuch eines Obergefreiten
Erlebnisse von Andreas Piendl in Frankreich und Russland 1940 – 1949

1940 wurde Andreas Piendl, Schüler des Humanistischen Gymnasiums in Straubing, zur Wehrmacht eingezogen. Während seiner Dienstzeit, in der er als Kraftfahrer der 98. Infanteriedivision angehörte, hielt er seine Erlebnisse und Erfahrungen in Tagebüchern fest - obwohl dies verboten war. Im Mai 1944 geriet Piendl auf der Halbinsel Krim in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er fünf Jahre später zurückkehrte. Zu Beginn der Aufzeichnungen ist noch nationale Begeisterung spürbar: „Was konnte es für junge Leute Schöneres geben, als in der weiten Welt herum zu kommen.“ Bald jedoch holte Piendl die Grausamkeit des Krieges ein, die er nicht nur in Worten, sondern auch in Fotografien erfrorener Soldaten oder ermordeter Partisanen dokumentierte. Vor seinem ersten Fronturlaub im Oktober 1942 notierte Piendl: „Das eine, was mich nicht recht fröhlich sein ließ, war: Weißt Du überhaupt, ob du nicht schon das letzte Mal daheim bist.“

Piendl, der nach seiner Heimkehr Landwirtschaftslehrer wurde und die Berufsschule Abensberg leitete, starb 2002. Sein Sohn Franz Piendl hat aus den Tagebüchern und Briefen seines Vaters eine eindrucksvolle Lesung mit Bildern und Musik zusammengestellt.